Mönchsgeier auf Mallorca: Pflegestation für lahme Flügel

Mallorca schützt seine Flora und Fauna. Nicht nur darauf sind die Inselbewohner stolz. Das erfolgreichste Projekt, was den Tierschutz betrifft, finden Sie in Campanet in der Inselmitte. Gefiederte Himmelsphänomene kann man die Mönchsgeier ganz sicher nennen, hat man sie erst einmal in der Luft beobachtet. Auf der Finca „Son Pons“ befindet sich auf rund 18 Hektar eine Stiftung zum Schutz der Könige der Lüfte. Zwölf Gäste zählt die Pflegestation derzeit: Neun Gänsegeier und drei Mönchsgeier erholen sich hier von Unfällen, da sie in Windräder gerieten, an Stromleitungen flogen oder gar, was nicht selten ist, Schussverletzungen aufweisen.

1986, als die Stiftung gegründet wurde, lebte noch ein einziges Pärchen auf Mallorca. Mit einer Spannweite seiner Flügel von im Schnitt knapp drei Metern hat er ein wirklich imposantes Aussehen. In der Station kann man die großen Vögel mit einem Fernglas beobachten, ein Ausflug dorthin ist sehenswert. Oder Sie sind live dabei per Mönchsgeier-Webcam.

Der Mönchsgeier ist die größte europäische Geierart. Im Flug wirkt er wie ein fliegendes Brett. Sein Zuhause ist normalerweise das bergige Waldgebiet und Steineichenwälder. Ihre Horste bauen sie auf Bäumen. Vor rund 30 Jahren war der Mönchsgeier die am meisten bedrohte Art unter den Geiern, zumindest in Spanien.

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„Font Ufanes“: spektakuläres Ausflugsziel nur bei Regen

Wir können uns über das Wetter auf Mallorca nicht beklagen. Während in Deutschland auf den ersten Autoscheiben Eis gekratzt wird, sinken die Temperaturen hier nachts kaum auf unter 15 Grad. Der Insel würde ein bisschen Regen ganz gut stehen, aber Niederschläge hielten sich in diesem Sommer absolut in Grenzen. Ungetrübte Badefreuden genießen wir noch immer an den vielen Stränden der Insel.

Kommt irgendwann der winterliche Regen, stehen die Strände im Hintergrund und Mallorca-Freunde machen sich auf den Weg zu den „Font Ufanes“. Sie sind, schlicht und einfach, ein Erlebnis und immer wieder ein „Quell des Erstaunens“ auf unserer schönen Insel. Dort, inmitten eines idyllischen Steineichenwaldes in der Nähe des Dorfes Campanet, präsentiert sich den Inselbewohnern und den Gästen ein Spektalel der besonderen Art. Die „Font Ufanes“, unweit des Tramuntana-Gebirges, sprudeln bei viel Nass von oben so heftig, dass das Bergwasser aus den unterirdischen Quellen nur so schießt. Das hat geografische Hintergründe, denn das Gebirgsgebiet und damit auch der Norden der Insel „halten“ den Regen wegen der Berge länger als beispielsweise der nur hügelige und auch der romantische Inselosten. Fazit: Das Wetter auf MAllorca kann sich an einem Tag je nach Gebiet durchaus sehr unterschiedlich präsentieren.

115 Liter Wasser pro Quadratmeter sind nötig, um das kühle Nass spektakulär sprudeln zu lassen – so sagen zumindest die Mallorquiner. Und all das auf runden 1000 Metern Höhe nahe dem Kloster Lluc. Sobald die Information ihre Runde macht, dass genügend Wasser von oben kam, strömen Mallorquiner und deren Gäste zu dem wundervollen Schauspiel, das seinesgleichen sucht.

Beim Blick auf unseren Himmel sind wir derzeit von diesen Wassermassen weit entfernt. Üppige Regenfälle dieser Art sind derzeit kaum vorstellbar. Warten wir den Winter ab.