Eine runde Sache: Empanadas sind zur „semana santa“ ein Muss

Mallorcas Küche ist vielfältig, saisonbedingt und reich an Traditionen. Zu den bevorstehenden Ostertagen locken die Fleischereien mit Spanferkel, die Bäckereien mit leckeren Rund-Stücken: Den „Empanadas“. Die runden Teilchen bergen verschiedene deftige Füllungen. Es dauert etwas, sie herzustellen, aber die Arbeit lohnt sich. Vor den Ostertagen sollten sie fertig sein, denn in der „semana santa“, der Osterwoche auf Mallorca, kommen sie in den meisten Familien auf den Tisch. Auch Zugereiste, die eine Immobilie auf Mallorca besitzen und die Inselküche schätzen, machen sich mittlerweile ans Werk, um die Empanadas zu backen und laden Freunde und Familie ein, um das Fest ganz inseltypisch zu begehen.

Es hört sich komplizierter an, als es ist, den dafür nötigen Teig herzustellen. Rund ein Daumennagel großes Stück Frischhefe mit ein paar Löffeln lauwarmem Wasser mischen und in eine große Schüssel geben. Ein Eigelb dazu, verrühren. Eine Kaffeetasse voller Schweineschmalz (mantega de cerdo) sorgt für das Fett, wieder vermischen. Zwei Tassen lauwarmes Wasser und eine Tasse Olivenöl dazu, alles vermischen. Auf diese Menge an Flüssigkeit kommen ungefähr 1,5 Kilogramm Weizenmehl. Das wird nach und nach untergemischt und gut mit den Händen geknetet. Mit Geduld, denn es sollte eine wirkliche homogene Masse entstehen, die so fest ist, dass sie sich gut formen lässt.

Dann geht es an das Gestalten der kleinen Schüsselchen aus Teig. Für eine Empanada benötigt man ein Stück Teig in der Größe eines Eis, das per Hand zu einer kleinen „Schüssel“ von rund 10 cm Durchmesser geformt wird. In die „Schüssel“ kommt eine Füllung nach Wahl. Zu „semana santa“ allerdings hat eine Mischung aus rohem Hühnchen und Schweinefleisch allerdings Saison. Beides wird in kleine Stücke geschnitten und mit bereits vorgekochten Erbsen und Zwiebelwürfeln vermischt. Mit Salz und schwarzem Pfeffer mischen.

Das gefüllte Teigschüsselchen bekommt nun einen Deckel aus Teig, der gut am Rand festgedrückt werden muss, damit sich im Backofen das Gebäck nicht öffnet. Nach ungefähr einer Stunde im Ofen bei 180 Grad sind die Empanadas eine Köstlichkeit, die sich zu jeder Jahreszeit sehen lassen kann – auch wenn Gäste kommen.

Werbeanzeigen

Festliches Licht im Dunkel: Osterprozession in Manacor im Inselosten

Reif für die Insel? Mallorca zeigt sich spektakulär in der Osterzeit. Die „semana santa“ ist die „heilige Woche“, in der auf Mallorca Tradition und Kultur ein spannendes Verhältnis eingehen. Geprägt wird die Osterwoche auf der größten Baleareninsel natürlich – wie sollte es anders sein –durch die traditionelle Mallorca-Küche einerseits, andererseits aber auch durch die vielen Prozessionen, die in den Städten und Dörfern sehnlich erwartet werden. Wir freuen uns darauf.

Festliches Licht im Dunkel: Osterprozessionen in Manacor im Inselosten

Der Gründonnerstag und Karfreitag sind die Tage, an denen die Mallorquiner abends feste Termine haben. Alle Jahre wieder. Sie versammeln sich abends, wenn es dunkel ist, gegen 20 Uhr in den Straßen auch im Inselosten und warten auf ein Spektakel, das unter die Haut geht. Die Bruderschaften ziehen durch die Städte und Dörfer in ihren Büßergewändern mit den spitzen Kapuzen.

Mancher fragt sich, warum lediglich die Augen durch die Maske zu erkennen sind. Das hat, wie es sich zu den Osterfeierlichkeiten gehört, einen religiösen Grund. Das Verdecken fast des ganzen Gesichts soll Anonymität symbolisieren und damit den privaten Charakter des Büßens. Wer eine Immobilie auf Mallorca besitzt und die immer wiederkehrenden traditionellen Veranstaltungen längst kennt, reist früh genug auf die Insel, um die Feierlichkeiten mit Freunden und Familie mitzuerleben.

Nach Manacor im Inselosten kommen alljährlich unzählige Bruderschaften. Es sind so viele, dass die Prozession gut und gerne eine Stunde dauert. Wer hier Mitglied ist, zeigt sich stolz. Begleitet wird die Prozession stets von Musik mit Trommeln, Flöten, Pauken, die unter die Haut geht. Prunkvoll und durchaus sakral sind die üppig geschmückten Wagen, die das Leiden und die Auferstehung Jesu Christi darstellen. Auf den Wagen werden Teile des Kreuzwegs symbolisiert und auch Jesus am Kreuz wird durch die Straßen getragen.

Die größte Prozession findet in Palma stat. Dort versammelt sich wohl fast jede Bruderschaft der Insel zu einem gemeinsamen Gang. Etwas ganz Besonderes ist die Prozession im Inselnorden in dem alten Städtchen Pollensa. Hier wird die Christus-Statue die 365 Stufen des Kalvarienberges hinunter in die Pfarrkirche getragen. Ein traditionsreiches Ereignis, das weit über die Insel hinaus bekannt ist.

Schon jetzt stapeln sich in den Supermärkten der Insel die Mehltüten. In den nächsten Tagen werden die Berge weniger, denn die Mallorquiner haben zu fast allen Feierlichkeiten ihre typischen Mallorca-Gerichte auf dem Speiseplan. Zur Osterwoche sind es die „rubiols“ und „empanadas“ , die mit viel Liebe und Zeit gebacken werden und dann auch auf den Wochenmärkten sowie in den Bäckereien erhältlich sind.